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Kinder tanzen mit Erwachsenen. Mit klaren Tanzanleitungen und CD. 

Inhaltsangabe:
1 - Hundertfuß (Aufforderungs-Tanz)
2 - Zauberband (Aufforderungs-Tanz)
3 - Hut-Tanz 
4 - Gänsemarsch 
5 - Großes Tor 
6 - Spring-Mixer 
7 - Schlupfer 
8 - Lichter-Kette 
9 - Butterkuchen 
10- Blech-Lene 
11 - Feuerwerk 
12- Kleiner Aufzug 
13- Schaumschlagen 
14- Kettenreißen 
15- Spiegelkabinett 
16- Roll-Teppich 
17- Shoo Fly 
18- Lärmen/La Bostella 
19- Bendorfer Tor 
20- Schlender-Promenade 
21- Fröhlicher Kreis 
22- Kreuzer 
23- Urwalddickicht 
24- Eckenfeger 
25- Sitz-Kasatchok 
26- Klatsch-Gasse 
27- Rummel-Mixer 
28- Tanz-Tummelplatz 
29- Galopede 
30- Lange Acht/Long Eight 
31- Je po i tai tai je 
32- Bonnets so Blue 
33- Weberschiffchen 
34- Dreier-Treff 
35- Glücksklee 
36- Durch die Gasse 
37- Rassasponda 
38- Mistambong 
39- Tracy 
40- Tschüß und Ade. Abschieds-Tanz  

Vorwort des Herausgebers
Das Tanzen mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter war eines der wichtigen Anliegen in den schöpferischen Jahren meiner Frau. Anneliese Gaß-Tutt. In 7 Veröffentlichungen zu diesem Thema legte sie die Ergebnisse ihrer praktischen Arbeit vor, doch blieben viele Ideen unbearbeitet auf Notizblättern. und manche Versuche kamen nicht über das Experimentierstadium hinaus. Ein Thema ihrer vielseitigen Tätigkeit jedoch gedieh von ersten Erprobungen bis zu einem fast fertigen Manuskript: Kleine Kinder tanzen mit ihren Eltern.
Es war eine schöne Erfahrung für meine Frau, dass sich Teilnehmer noch nach Jahren sehr lebhaft an die von ihr geleiteten "Tanznachmittage für Familien" im Bonhoeffer-Haus in Waiblingen erinnerten. Dort erprobte sie die Ideen und Tanzformen, die hier veröffentlicht sind. Bei diesen Nachmittagen erlebte jung und alt gemeinsam zwanglose und abwechslungsreiche Tanzfeste und freute sich schon beim Nachhausegehen auf das nächste Mal.
So fügte sich die Freude der kleinen Kinder an rhythmische Bewegung. an schwungvoller Musik und am Gemeinsamen Tanzen mit ihren Eltern und Großeltern ein in das Konzept einer kontinuierlichen Tanzerziehung, die nach den Vorstellungen meiner Frau mit tänzerischen Aktivitäten im Kindergarten beginnen und über die Schule zu einer vielgestaltigen Tanzkultur der Jugendlichen und Erwachsenen führen sollte und die auch im Seniorenalter noch lebendig bleiben würde.
Nach dem frühen Tod meiner Frau musste ich mir die Frage stellen. ob alle diese Ideen. Notizen und die ausgearbeiteten Tanzvorschläge zu einem Stapel Altpapier werden sollten. oder ob ich mir zutrauen konnte, das hinterlassene Manuskript druckreif zu machen. Die Arbeit ging mir nicht leicht von der Hand. und einige Umstände verzögerten die Fertigstellung. Doch schließlich konnte ich dem geduldigen Verleger das Ergebnis der tanzpraktischen und schreibenden Arbeit meiner Frau druckfertig übergeben. In diesen Tanzanleitungen finden Erzieherinnen im Kindergarten. Lehrkräfte in der Grundschule und in der Jugendmusikschule. aber auch Leiter von Kindergruppen viele Anregungen und Beispiele für die Gestaltung von fröhlichen. für viele Teilnehmer außergewöhnlichen Stunden unbeschwerten Zusammentanzens von Kindern und Erwachsenen.

Wolfger H. Tutt

 

Kinder tanzen mit ihren Erwachsenen 

Es gibt verschiedenartige Gelegenheiten. bei denen Kinder und Erwachsene aus einem geselligen Anlass zusammenkommen. Ist es ein Fest der Erwachsenen, so wird wohlwollend akzeptiert, wenn sich die anwesenden Kinder nachahmend beteiligen. und schmunzelnd wird beobachtet. wie sie die geselligen Formen der "Großen" imitieren.
Ist es ein Fest der Kinder. z.B, ein Elternnachmittag im Kindergarten, so finden sich die Erwachsenen meist W der Rolle der Zuschauer wieder. und die Aktivitäten werden für sie zur passiv aufgenommenen Vorführung.
Hier setzten meine Überlegungen an. und erste Versuche ermutigten mich: Gemeinsames Tanzen von kleinen Kindern und Erwachsenen ist möglich und macht Spaß! Gemeinsames Tanzen der Generationen verwandelt eine solche Begegnung ganz leicht zu einem fröhlichen. unvergesslichen Fest.
Im Kindergarten und in der Jugendmusikschule. im Hort und im Waldheim. bei einem Faschingsnachmittag in der Schule oder bei einem Kinderfest der Kirchengemeinde gibt es vielfältige Gelegenheiten für gemeinsames Tanzen der Kinder mit ihren Eltern und Großeltern. Diese Erfahrung konnte ich bei zahlreichen Gelegenheiten machen: Gemeinsames Tanzen macht eine gesellige Begegnung von jung und alt zu einem lange nachwirkenden Erlebnis für alle.
Keine Angst - man muss kein Tanzexperte sein, um einen solchen Versuch zu wagen. Auch die Mittanzenden brauchen keine großen Tanzkenntnisse zu besitzen. Es ist nicht so schwer. wie es im ersten Moment aussehen mag. Natürlich sollte ein Versuch als Tanzleiter mit einfachen Tänzen beginnen. Die Vorschläge in diesem Buch sind mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad von leichten zum anspruchsvolleren geordnet. Nur die Tänze "Hundertfuß" und "Zauberband" als Eisbrecher für den Anfang und "Tschüß und Ade" als Abschiedstanz sind aus dieser Reihenfolge herausgenommen. In jedem Falle - je lockerer Sie an die Tanzleitung herangehen, um so besser wird sie gelingen!
Grundsätzlich aber gilt: Kinder sollten nicht dazu verleitet werden. Tanzformen nachzumachen. wie auch die Erwachsenen nicht etwa in falsch verstandener Anpassung "kindlicher" Tanzbewegungen versuchen sollten. bei denen sie sich innerlich nur unwohl fühlen. Allerdings müssen die verschiedenen Altersstufen der Kinder und ihre entsprechenden Bewegungsfertigkeiten berücksichtigt werden. ebenso  natürlich die unterschiedliche Größe von Kindern und Erwachsenen. Gelegentlich. wie beim  "Großen Tor". kann ein Hilfsmittel als Ausgleich hinzugenommen werden.
Eine Anzahl meiner Tanzvorschläge ist aus der Volkstanzüberlieferung verschiedener Länder entwickelt. Andere Tanzformen sind neu geschaffen und greifen Anregungen aus der heutigen Zeit auf. Ein wesentliches Merkmal aller Tänze ist, dass die verschiedenen Teile und Elemente in einem spannungsreichen Wechsel stehen.
Ein solches geselliges Tanzen von jung und alt ist für die Tanzleitung eine vielseitige. dankbare und auch gar nicht so schwierige Aufgabe. Also: Einige vorbereitende Überlegungen. etwas Vorsicht und Rücksicht. offene Augen und ein wenig musikalisches Einfühlungsvermögen. und es kann losgehen. Ausprobieren führt zu überraschenden Erfolgen. Ein paar hilfreiche Ratschläge habe ich in Tipps für die Tanzleitung zusammengestellt, Der Reiz der Möglichkeiten wird erst beim Tanzen offenkundig.

 

40 einfache Tänze beschreibt dieses Arbeitsbuch - Tänze, die Kinder und Erwachsene gemeinsam, in großen und kleinen Gruppen, einige auch mit Rollstuhl. tanzen können. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Auch wenn die Tanzschritte. -figuren und -fassungen einfach sind. versprechen die Tänze Abwechslung und Spaß.
Wir wissen um die z.T. schlechte Qualität bei Veröffentlichungen im Tanzbereich und haben natürlich als Musikverlag dieses bedacht und liefern Ihnen eine besonders gute Qualität. Das wollten wir nicht unerwähnt lassen.

 

ISBN 978-3-87204-406-8

 


Rezension von Regula Leupold  (Tanzen 4/2000 - 1/2001.)

Telefon: "Am Schulfest möchte ich mit meiner Klasse etwas bieten und den Eltern einen Einblick in unsere musische Arbeit geben. Hättest du mir eine Idee? Eine Musik? Einen geeigneten Tanz zum Aufführen? Entsprechende Literatur?"

Alle, die im Bereich Tanzvermittlung tätig sind. kennen dieses Phänomen: vor allem gegen Schuljahres-Schluss häufen sich die"Telefon-Anrufe". Es freut mich, wenn ich immer öfters höre, dass KollegInnen das Tanzen in ihre Planung miteinbeziehen: Aber weshalb beschränkt man sich bei diesen Gelegenheiten meistens auf das Tanzvorzeigen bzw. Zuschauen? Wie wär's mit Mit-Tanzen, die Gäste aktiv teilhaben und damit erleben lassen. was Gemeinschaftstanzen in der Schule. im Kindergarten beinhaltet?

Bei meinem Vorschlag spüre ich zwar oft Interesse. aber auch Skepsis und Unsicherheit: "Wie ist das denn möglich. mit einer so großen Gruppe? Ist da das Chaos nicht schon vorprogrammiert? Mit einer altersgemischten Gruppe: ist es dann nicht für die einen zu schwierig. für die anderen zu simpel"?
Genau auf solche Fragen ist das neueste Buch von Anneliese Gass-Tutt "Tanz-Tummelplatz" die Antwort. Als Expertin in der Tanzvermittlung weiß sie um die Schwierigkeiten. aber auch um die besonderen Möglichkeiten und Chancen des gemeinschaftlichen Tanzens mit großen und altersdurchmischten Gruppen. Allen, die sich - auch mit noch wenig Erfahrung - an das Abenteuer "Generationen-Tanzen" wagen wollen. sei dieses sehr praxisorientierte. leserfreundlich konzipierte Buch mit Begleit-CD empfohlen.

Aus der Praxis - für die Praxis: 40. direkt nachvollziehbare. Tanzbeispiele bilden den Kern des Buches. Die ausgewählten Tanzformen sind von der Struktur her sehr klar und einfach aufgebaut und lassen Raum für individuelle Ausführung. Anneliese Gass-Tutt orientierte sich bei dieser Tanzauswahl mehrheitlich an überlieferten. vorstrukturierten Tanzformen aus der westeuropäischen Tanztradition.
Sie versteht es, eine Grundform sinngemäß zu vereinfachen. auf das Wesentliche zu beschränken und gestaltet mit diesem Material auch neue. aus einer Gegebenheit heraus entstandene Tänze. Ihre Tanzvorschläge werden sowohl dem Kind wie dem Erwachsenen gerecht: Vorstellungsbilder. u. a. aus der Erfahrung der Kinder. geben Anhaltspunkte für eine kindgemäße Tanzeinführung - andererseits setzen gewisse. auch noch so einfache Formationen. Figuren und Raumwege Überblick und Raumvorstellungsvermögen voraus und können von kleineren Kindern nur mit der unterstützenden Hilfe von Erwachsenen oder größeren. tanzerfahrenen Kindern überhaupt nachvollzogen werden.
Somit erlebt das Kind. wie es als Mitglied einer größeren Gruppe an einer räumlichen und zeitlichen Struktur mitgestalten kann - eine wichtige Erfahrungsdimension, die heute in der Zeit des mehrheitlich individualisierten Lernens gerne zu kurz kommt.

Das soziale Moment im Tanz ist für Anneliese Gass-Tutt ein zentrales Thema. In dieser neuen Sammlung bietet der Tanz den Rahmen für die Begegnung der Generationen: Tanz sozusagen als Begegnungs-Ritual. Sinngemäß stehen Tanzmotive wie gemeinsame Raumwege. "Von- und Zueinander-Tanzen". "Sich-Trennen und Wieder-Finden". Begrüßungsformen. Figuren mit Handfassung. gemeinsame Klatschmuster. Paarformen mit und ohne Partnerwechsel ... etc. im Vordergrund. Bewegungstechnisch sind die Beispiele sehr einfach gehalten und die "Schritte" beschränken sich auf einige wenige Grundformen, die in der Einleitung beschrieben sind.
"Tanz-Tummelplatz" ist ein Arbeitsbuch. mit dem auch Laien zurecht kommen werden. Die Tanzbeschreibungen sind knapp und leicht verständlich formuliert und sind wohl tuender weise nicht mit Abkürzungen und Fachausdrücken durchsetzt. Anstelle der gängigen Signete hat der Herausgeber. Wolfger H. Tutt, eine zum Grundthema des Buches sehr passende und weniger abstrakte Alternative gewählt: auch mit gezeichneten Kinder- und Erwachsenen Gesichtern lässt sich auf einen Blick die Ausrichtung im Raum und die Stellung der Einzelnen zueinander erkennen. Tanzanleitung mit einer größeren. heterogenen Gruppe ist zu einem Teil Organisation.

Die Tanzenden sollen jedoch das Gefühl haben, dass sie spielerisch, sozusagen "tanzend" ohne viel Erklärungen und Zeitverlust von der einen Form in die andere geführt werden - das Organisieren darf nie zum Selbstzweck werden. In diesem Sinne sind die methodisch-didaktischen Hinweise im Einführungskapitel und im Anschluss an die Tanzbeschreibungen sehr hilfreich. Eine weitere sinnvolle Hilfe zum Auswählen und Zusammenstellen der Beispiele ist die Übersichtstabelle am Schluss des Buches: hier ist auf einen Blick ersichtlich. welcher Tanz für welche Altersgruppe. für Kleinund/oder Großgruppe. auch als Sitztanz und für welche Melodie geeignet ist und ob es sich um eine Form mit festen oder wechselnden Paaren handelt.

Eine Anregung: in diesem Zusammenhang könnte ich mir eine weitere Rubrik vorstellen, die die Beispiele auch nach Raumbezug ordnet. Eine Tanzstunde ist auch ein Stück weit eine Komposition. denn die Dynamik einer Tanzstunde ergibt sich u. a. auch aus der Abfolge der gewählten Beispiele.
Eine gut überlegte Mischung von repetitiven Mustern (Tänze mit gleichen Formationen. Raumwegen. Figuren ...) und Kontrasten (z. B. Kreis frei im Raum-Gasse-Kreis) wirkt sich unterstützend auf das Lernen aus und bringt Spannung ins Geschehen.
Mit der beigelegten CD hat der Herausgeber einem die aufwendige Suche nach der passenden Melodie sehr erleichtert. Die Melodien-mehrheitlich Lizenzaufnahmen von eingängigen. traditionellen europäischen Melodien - sind zum größten Teil zweiteilig a` 16 Takte und können so auch gut als Universalmelodien verwendet werden.
Es sind kontrastreich instrumentierte Einspielungen, die die Tanzenden gut unterstützen. Worauf ebenfalls geachtet wurde: die Melodien haben ein zügiges Durchschnittstempo. was der kürzeren Schrittlänge der Kinder entgegenkommt.
Sehr begrüßenswert finde ich den Steckbrief zu den einzelnen Melodien betreffend Tempo. Form. Anzahl Takte und Durchgänge.
Wer selber Tänze entwickeln möchte. auch andere Musikstile miteinbeziehen möchte oder live musizieren lassen will. hat anhand der vorgestellten Tanzformen. den mitgelieferten Melodien mit den entsprechenden Angaben auf jeden Fall eine exemplarische Vorlage.
Das nächste Tanztelefon kann getrost lauten: "Tanz-Tummelplatz" liegt auf dem "Tanz-Arbeitstisch" bereit zum Weiterempfehlen. 

Regula Leupold 

 

Gaß-Tutt, Anneliese

Tanz-Tummelplatz. Kinder tanzen mit Erwachsenen


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